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Hilfsmittel – nützlich oder Unsinn?

Hilfsmittel kommen in der Hundeerziehung immer öfter zum Einsatz. Viele Hundebesitzer fragen bei Problemen mit ihrem Vierbeiner in den sozialen Netzwerken nach Lösungen. Dabei wird auch immer wieder zum Einsatz von so manchen Hilfsmitteln (mitunter auch fragliche, bspw.  Würge-, Stachel- oder Elektrohalsbänder) geraten – frei nach dem Motto „was bei meinem geholfen hat, kann für andere nicht schlecht sein“. Aber ist das wirklich so?

Machen wir uns bewusst, was so mancher Hundehalter erkannt hat: Jeder Hund ist individuell.

Dadurch greifen die Erziehungsmethoden nicht universell bei jedem Hund, sondern man muss ein individuelles Training für den jeweiligen Hund anpassen. Und auch die Hilfsmittel müssen angepasst werden – zumal nicht jeder Mensch mit allem arbeiten möchte. Hier heißt es herauszufinden, was zu dem Mensch-Hund-Team passt.

Hilfsmittel zur Beschäftigung des Hundes

Klicker
Mit dem Klicker soll der Hund lernen: Das was Du gemacht hast war richtig und Du bekommst dafür eine Belohnung. Mit diesem Hilfsmittel kann man seinen Hund absolut neutral bestätigen, ohne ihn bspw. durch eine hohe Stimme zu pushen. Wenn der Hund das Prinzip erst einmal verstanden hat, wird er Handlungen anbieten um herauszufinden, wie er zu seinem Leckerlie kommt.
=> Gut für Kopfarbeit

Pfeife
Es gibt unterschiedliche Pfeifen – einmal im Ultraschallbereich (nur für den Hund hörbar) und mit verschiedenen Tönen. Die Pfeife ist – genauso wie der Klicker – neutral und hat außerdem eine höhere Reichweite, als unsere Stimme.
=> Gut bspw. für den Rückruf

Futterbeutel
Mit dem Futterbeutel kann man Such- und Apportierspiele mit dem Hund machen. Diese Kopfarbeit lastet ihn sehr gut aus, ist gut für die Bindung und Ruhe, und ist eine gute Alternative zum Fährtensuchen bei Hunden mit Jagdtrieb.
=> Gut für Kopfarbeit und Bindung

Hilfsmittel zum Führen des Hundes

Geschirr
Es ist immer wieder eine Streitfrage, ob Halsband oder Geschirr. Für Angsthunde gibt es sogenannte Panikgeschirre, die durch 2 Quergurte am Rücken ein rausschlüpfen des Hundes verhindern. Sie sind absolut notwendig und durch die Einhängung von einem Karabiner im Geschirr und einem zweiten im Halsband kann man den Hund sicher führen. Mit Geschirr kann es allerdings schwierig werden, den Hund gut zu führen. Der Haltepunkt ist meistens sehr weit im Rücken und macht dadurch die Führung „schwammig“, der Hund hat außerdem mit der Brustmuskulatur viel mehr Kraft zum ziehen.
=> Gut für Angsthunde oder im Zughundesport

Halti
Das Halti (Kopfhalfter) wird oft mit einem Maulkorb verwechselt – es ist jedoch lediglich eine Schlaufe um das Maul des Hundes und man kann damit große und ziehende Hunde besser führen. Jedoch nie alleine über das Halti führen, da es zu Haltungsschäden kommen kann. Mit dem Halti soll ein Ziehen unterbunden bzw. korrigiert werden. Es kann übergangsweise Sinn machen, wenn der Besitzer den Hund kaum halten kann, bis das Training zur Leinenführigkeit greift.
=> Sollte nur mit fachmännischer Hilfe angewendet werden.

Schleppleine
Die Schleppleine sollte nicht länger als 5 Meter sein – das ist der Radius, in dem sich der Hund aufhalten sollte. Außerhalb dieser Distanz wird es immer schwerer, im Notfall auf den Hund einzuwirken. Außerdem wird eine längere Schleppleine schnell ganz unhandlich und die Gefahr, dass sich der Hund weit weg vom Besitzer verheddert, wird dann auch größer. Mittels Schleppleine kann u. a. der Rückruf trainiert werden und für Hunde mit starkem Jagdtrieb ist das oft die einzige Möglichkeit, dass sie sich etwas freier bewegen können.
=> Gut für Trainingszwecke

Hilfsmittel bei der Erziehung

Wurfdisc oder Klapperdose
Das wird oft als Abwehr für freilaufende Hunde, die auf einen zustürmen, genutzt (Disc bzw. Klapperdose wird vor den fremden Hund geworfen). Beim eigenen Hund wird es gelegentlich eingesetzt, um ihn bei Fehlverhalten zu korrigieren. Manche Hunde gewöhnen sich jedoch schnell an das Geräusch und sie reagieren dann nicht mehr darauf.
=> Gut als Abwehr freilaufender Hunde

Körpersprache
Das effektivste und beste Hilfsmittel ist die Körpersprache. Je mehr der Besitzer über die Körpersprache mit dem Hund kommuniziert, umso aufmerksamer wird dieser. Außerdem fördert das die Bindung zwischen Mensch und Hund. Vorteil der Körpersprache ist, dass sie auch auf Entfernung für den Hund gut erkennbar ist.
=> Gut für die Kommunikation mit dem Vierbeiner

Die aufgeführten Hilfsmittel sind nur eine Auswahl – es gibt noch weitere (leider auch viele negative). Eine Wahl des geeigneten Mittels für den eigenen Hund ist daher nicht immer einfach.

Solltest Du Fragen haben, kannst Du Dich gerne melden.